Was ist Ihnen wichtig?

Was an einem Beruf ist Ihnen wichtig? Und wie sehr ist das in Ihrem aktuellen Beruf erfüllt? Mit diesen Fragen habe ich mich in meiner Masterarbeit beschäftigt. Dabei ist ein Instrument entstanden, das nicht nur wissenschaftlich fundiert ist, sondern auch ganz leicht in der Praxis eingesetzt werden kann. Doch warum all die Arbeit? Warum ist mir wichtig, was Ihnen wichtig ist?

Nützliches aus dem Elfenbeinturm

Wer in den letzten Jahren in die Zeitungen (oder e-paper) geschaut hat, der weiß wie real der Fachkräftemangel zum Beispiel im Handwerk ist. Die Psychologie hat hier eine Vielzahl an Theorien, Konzepten und Modellen parat, die aber zu großen Teilen ungenutzt in den Universitäten und Lehrbüchern verbleibt. Die meiste Forschung zu Führung, Motivation und anderen relevanten Themen ist schlichtweg zu abstrakt, um direkt in den Betrieben anwendbar zu sein. Kurz gesagt: Die Psychologie weiß, wie alles zusammenhängt. Die Betriebe wollen aber wissen, was genau sie tun können. Ein generelles universitäres Problem wird so zu einem Nachteil für Millionen Betriebe und deren Mitarbeitende. Das muss nicht so sein.

Was wollen die eigentlich?

Wo liegt die Schwierigkeit in der Fachkräftesicherung? Die meisten Betriebe wissen ganz genau, was sie von den Fachkräften wollen. Aber eben nicht, was sie den Fachkräften dafür bieten können (sprich: müssen). Die Beziehung Betrieb – Fachkraft ist nämlich, wie jede andere Beziehung, ein Austausch. Klar, der Betrieb möchte gut ausgebildete Menschen, die ihre Zeit und Qualitäten zum Wohl des Betriebs einsetzen. Aber die Fachkräfte? Was wollen die eigentlich? Geld? Freizeit? Kurze Wege? Zeit für die Familie? Betriebliche Altersvorsorge? Entwicklungsmöglichkeiten? Alles auf einmal? Nichts davon? Alle was anderes? Und woher soll ich das wissen? Um eine erfolgreiche Fachkräftesicherung zu betreiben, müssen Betriebe diese Fragen beantworten können. Ich war der Meinung: Die Psychologie kann hier helfen!

Meine Masterarbeit folgte somit zwei zugegebenermaßen völlig absurden Überzeugungen: Wer Fachkräfte sichern will, der muss wissen, was Ihnen wichtig ist. Und wer wissen will, was Fachkräften wichtig ist, der kann sie einfach fragen.

Entstanden ist schlussendlich ein anregendes Führungsinstrument, mit dem Führungskräfte und Mitarbeitende einfach und dennoch strukturiert ins Gespräch kommen können. Dabei sprechen die Beteiligten nicht über irgendetwas, sondern über konkrete Inhalte und Rahmenbedingungen der eigenen Arbeit, deren Existenz einen nachweislichen Einfluss auf die Mitarbeitenden haben: Sind diese Dinge vorhanden, so sind die Mitarbeitenden zufriedener, tatkräftiger, stärker an das Unternehmen gebunden und kündigen seltener. Das bedeutet auch: Was den Fachkräften wichtig ist, sollte auch den Betrieben wichtig sein. Nur wer sich für die Bedürfnisse seiner Fachkräfte interessiert, wird auf Dauer erfolgreich sein.

Abschlussfrage

In meiner Masterarbeit habe ich etwas getan, das mir persönlich sehr wichtig ist. Was genau das ist, fragen Sie? Mir ist es wichtig, die Erkenntnisse der Psychologie tatsächlich für die Betriebe nutzbar zu machen. Mir ist es wichtig, Führungskräften und Mitarbeitenden die Vorteile einer offenen Kommunikation aufzuzeigen. Mir ist es wichtig, Ihnen nicht nur zu erzählen, wie alles zusammenhängt, sondern Ihnen anwendungsnah zu vermitteln, was genau Sie tun können.

Was ist Ihnen wichtig?

Eine erste Publikation des Instruments finden Sie hier.

 

 

Picture Credit: Victor Rodriguez

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